.:Piano love:.
Eigenkompositionen

Ja, der Titel ist ein wenig irreführend, obwohl ich ja wirklich Spass daran hab, selbst Songs oder Klavierstücke zu schreiben (oder eher zu improvisieren).. aber hier gehts um ein paar Schriftstücke, die so im Laufe der Zeit zusammengekommen sind. Ich schrieb sie teils zu schulischen Zwecken, die zuletzt verfassten sind in ruhigen oder unruhigen Momenten entstanden, in denen ich das dringende Bedürfnis hatte, mein Inneres zum Ausdruck zubringen (warum auch immer)..

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Eine 17jährige schrieb letzten jahres im Mai:

Was ist die Liebe?
So mysteriös
so undefinierbar
so verwirrend
Ich kenne sie nicht, wer kennt sie
er, sie, es
alle Päarchen sehen gleich aus
Träume sind Schäume
unerfahren
ich mag sie nicht, doch sehne mich..
ein Mysterium

Ich kam auf die Erde,
entdecke sie und ihre seltsamen Bewohner
werde langsam heimisch und es doch nie sein
Aliens sind einsam auf der Erde
vielleicht lebt noch einer..
lohnt sich Hoffnung?

<[v2 im April 07]

Ich kam auf die Welt
um sie und ihre seltsamen Bewohner zu entdecken
werde heimisch und es irgendwann sein?
Aliens sind einsam auf der Erde
doch ein Hoffen...
so stark
dass noch einer lebt?
und sich ebenfalls sehnt



Ein (Achtung) etwas längerer Auszug aus meinem Tagebuch vom 22.09.06:

Weise Frau

"Fantasie ist wertvoller als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." (Einstein)

Eine weise Frau kommt an unsere Schule, an unseren Ort. Eine Wahrsagerin. Eine Weise, die das innere Wesen eines jeden erkennt. Jeder mag sie (oder auch nicht), denn sie ist eine starke Frau. Und eine Künstlerin, die das sehende innere Auge durch ihre Farben sprechen lässt. Unfassbar. Vielleicht existiert sie gar nicht. Oder sie ist ein Geist, der in meinem Herzen lebt. Ein Geist mit dem Ziel, die Art eines jeden Menschen, ob schön oder hässlich, reich oder arm, ob gut oder böse - diese subjektiven Äußerlichkeiten interessieren sie gar nicht - das individuelle, eigene Wesen auf die Gesichter ihres Gegenübers zu malen, auf die Menschen, die sie trifft.
Sie kommt also in unsere Stadt, in unseren Ort und besucht jeden Menschen, jeden einzelnen. Heimlich und in der Nacht außer bei Vollmond, denn da sieht sie nichts (die Wolken hindern sie nicht, denn sie spürt das sanft fließende Mondlicht, das stetig auf die Erde fließt, ihr Seelenauge erhellt und ihre Farben reinigt). Geduldig und eindringlich blickt sie den Menschen in die Augen - jeder Mensch öffnet in der Nach einmal die Augen, sei es im Traum oder weil sie nicht schlafen können - und in ihre Seele. Sie sieht die Geheimnisse, die verborgenen Wünsche und Sehnsüchte, Ängste aber auch die Abgründe, in in jedem von uns stecken. Sie wählt daraufhin sorgfältig ihre Farben, das ist das wichtigste, denn jede kleinste Nuance hat eine andere Bedeutung und ein Fehler in der Auswahl hätte fatale Folgen, doch es ist ihr noch nie passiert. Sie rührt die Farben in ihren weißen Händen an und projiziert mit ihren sanft tastenden Fingern geleitet von ihrem Auge die Seelenlandschaft, malt fürsorglich mit ihren weisen Fingerkuppen und auch mit der Handfläche, manchmal auf mit dem Handrücken die Seelenfarben auf das Gesicht des Schlafenden. Ihr Händespiel gleicht die einer Zauberin, einer Beschwörerin, einer Heilerin, die sanft massierend die Wesenszüge mit den Mitteln der Kunst für ewig in das Gesicht prägt. Für alle lesbar, die das intuitive Wissen, das innere Auge haben. Das besondere an diesen Farben: Sie hören auf die Seele, nehmen sich ihrer an und verändern sich mit ihr. Die Seele ändert sich und somit auch das Bild, das jedoch in den Grundzügen immer dasselbe bleibt.
Ich weiß, sie war bei mir. Ich wollte sie sehen, sie sprechen und sie sprach mit mir/erhörte mich. Sie besuchte mich im Traum. Wir saßen in der Schule, als sie kam. Ohne Aufforderung kam jeder irgendwann ohne es zu wissen in ihren Raum und sie vollzog ihr Werk. Ich würde gerne wissen, wie die anderen aussehen, welche sie ihnen gegeben hat - doch sie schweigt. Ich stelle mir sie vor, wie sie jedem Jungen sein Gesicht zeichnet mit einem Lächeln auf ihrem Gesicht. Einer hat eine Indianerbemalung. Sein Gesicht ist in rotbraune Striche und etwas Blaues gefasst - auch andere Farben und Formen hat sie für ihn verwendet, doch ich erkenne sie nicht, denn ich kenn ihn nicht. Ich würde gern durch die Stadt gehen und allen Jungen dieser Stadt in das Gesicht blicken. Nur ein Blick und wissen: das ist er...! Ich würde staunen, ungläubig starren, den Blick nicht anwenden wollen, Wärme, Freude, Bestürzung empfinden? Ich weiß nicht. Doch ich habe der Weisen Frau nur einen Blick versprochen. Die Seelen kennen lernen...
Ich kenne meine Klassenkameraden nicht. Ich bin ein ahnungsloser Mensch. Wie sehr kann man sich von Äußerlichkeiten täuschen lassen. Und wie sehr trägt man selbst dazu bei zu täuschen... Mich interessiert auch, wie die weise Frau meine Seele zeichnen würde. Und wie alle reagieren würden, wenn jeder das wahre Gesicht des anderen sehen würde. Wäre mein Gesicht schön? Rot? Golden? Warm? Oder kalt? Hell oder Dunkel? Meeresschwarz? Sonnenrot und Kupferblau vielleicht? Geheimes Violett. Von jeder Farbe etwas? Immer dieser Kompromiss.. Und ich denke die andere wären erstaunt, würden jeden doppelt und dreifach ansehen und sich nicht wieder erkennen. Und wenn, es nicht fassen, es nicht glauben. Denn es gibt ja immer noch die Vernunft. Mein Gesicht als dunkler Schmetterling mit verfranzten Flügeln. Und meine Augen nicht mehr blau. Wer weiß es.. ich weiß es nicht. Leider? Zum Glück? Die weise Frau möchte es mir nicht sagen. Sie lächelt nur traurig und gütig zugleich. Nur sie kann die Dinge erkennen, so wie sie sind. Doch sie schenkte mir dieses Lächeln und die Fantasie, die ich wie einen unfassbaren Schatz hüte. Und gern stell ich mir die Seelengesichter meiner Mitmenschen vor, mit denen ich selten Worte wechsel. Die ich nicht kenne, doch gerne kennenlernen würde in ihrer Art. Sagen Blicke mehr als Worte..? Und hier nähere ich mich wieder einer Grenze zum Abgrund, der sich wie ein Grand Canyon durch meine Seele zieht.


Gute Nacht

Die Welt kippte um. Wir gingen über das eisige Kopfsteinpflaster, die rutschigen Pflastersteine, schlidderten entlang des Weges, der so verbaut war, dass selbst Nadeln Probleme darin hätten, sich da durchzufinden. Die Sonne schien am neblig blauen Himmel. Die Wolken machten sich wie pulvrige Schleier hier und da bemerkbar. Dann entdeckte ich dünnen Rauch, der sich von unserem Dach her verfliegt und ins nichts auflöst (dabei die Erde mit weiteren Treibhausgasen versorgt. Man sieht sie ja nicht. Deswegen wehrt sich auch keiner permanent gegen diese Art von Umweltverschmutzung, weil wir die Folgen nicht sehen oder nicht damit direkt in Verbindung bringen). Sprache ist zum Küssen da. Paradox, nicht wahr?
So sitze ich auf dem grau-braunen Klodeckel unter dem Dachfenster. Am hellichten Tag schreibe ich Unsinn, beschreibe irgendwelche Dinge aus dem Zusammenhang gerissen, um mein Deutsch zu verbessern, meinen Ausdruck genauer gesagt. Ich hoffe wirklich es hilft. Momentan rutsche ich grade vom Toilettendeckel herunter...
Sonntag, 12.2.2006, 10:08 Uhr

Ich ging hinaus in die Kälte des Märzes. Ich griff nach dem Eiszapfen, packte ihn und zerrte und rüttelte bis die Spitze, ein kleiner Teil davon, abbrach.
Ich spürte die Wut in mir hochkochen, als ich erneut nach dem dicken Stumpf griff, zerrte, riss, wütete. Das ganze verdammte Eis, diese bescheuerte Eisschicht wollte ich vom Wasser zerren, das mein Leben bedeutete. Zertrümmern wollte ich es und so schlug ich mit meinen bloßen zu Fäusten geballten Händen darauf ein, ich spürte sie dumpf aufschlagen, nichts regte sich. Ich trat verzweifelt gegen das Fass. Nur mein wütendes Keuchen, das eher einem Schluchzen glich, war zu hören. Ich spürte meine sinnlose Kraftlosigkeit, kämpfte sinnlos weiter, Tränen im Kopf, das Gesicht verzerrt. - So sah ich mich und hielt inne. - Eissplitter lagen im einst unberührten Schnee, der von meinen Füßen zertrampelt wurde. Verzweifelt gebeugt stand ich da, meine Seele verkrampft. Die grau-blaue Dunkelheit brach herein, zerrissen von den grellorangen starrenden Straßenlampen. Und ich stand da in meinem braunen Shirt, meinem bleichen Körper, ausgeschlossen aus dem Heim, aus dem ich brach. Kalte Stille, ich spürte die Kälte in mich eindringen, der Wind drohte.. oder bildete ich mir das nur ein -
Mit verzerrtem Gesicht wachte ich auf.
16.3.06


--Ein früheres Werk, war mal Hausaufgabe im Deutschunterricht der 8. Klasse: Ein Tagebucheintrag von jemanden, der das Unglück vom Einsturz der Brücke am Tay (Schottland) miterlebt hat, mithilfe einer Ballade von Theodor Fontane:

Liebes Tagebuch,

29. Dezember 1879

die letzte Nacht konnte ich einfach nicht schlafen, denn es war ein höllischer Sturm draußen, der unheimlich durch die Ritzen unseres alten Hauses pfiff und mich einfach nicht einschlafen ließ. Ich starrte mit offenen Augen an die Decke, an der sich die Schatten der vom Mond beschienen Bäume geisterhaft und heftig bewegten. Unruhig dachte ich an meinen Vater, der wohl gerade mit dem Zug auf dem Heimweg war.

Ich stand auf und ging fröstelnd zum angekippten Fenster, um es zu schließen, da es durch den heftigen Wind fast aus dem Angeln gerissen wurde. Doch als ich vor dem Fenster stand und meine Hand schon dem hölzernen Griff entgegenstreckte, erstarrte ich. Mit vor Schreck aufgerissenen Augen beobachtete ich das fürchterliche Naturschauspiel.
Noch nie waren die alljährlichen Stürme so stark gewesen. Der aufgewühlte Tay bäumte sich in riesigen Wellen auf und peitschte gegen die Brücke, die überhaupt nicht aussah, als könnte sie solchen Gewalten standhalten. Hoffentlich ist der Lokomotivführer des Zugs, der etwa
7 1/4 Uhr die Brücke passieren soll, nicht so verrückt und fährt bei diesen Sturm über die Brücke, dachte ich nervös.
Da sah ich am Ende der Brücke ein kleines rotes Licht, das allmählich immer größer wurde. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich spürte, wie meine Hände feucht und kalt wurden. "Das ist der Zug", flüsterte ich, "Der Zug indem Vater sitzt." Ich betete verzweifelt, dass es die Bahn bis zum Ufer schaffen würde - es gab nun kein Zurück mehr. Mit angehaltenem Atem beobachtete ich, wie sich der Zug auf der Brücke stark gegen den Wind ankämpfend fortbewegte.
Plötzlich gab es einen lauten Knall und ich sah, wie ein leuchtend roter Feuerball von der Brücke aufstieg - genau dort, wo ich zuletzt den Zug sah. Oh mein Gott! Entsetzt schlug ich die Hand vor den Mund. Die Brücke mitsamt dem Zug stürzte vor meinen Augen in das schäumende tiefschwarze Wasser und wurde von den reißenden Wellen verschluckt. Ich stand geschockt und mit Tränen in den Augen am Fenster, während ich schreiende Menschen das Ufer entlang rennen sah, bevor ich zitternd und zutiefst verstört auf den Boden sank. "Vater!", dachte ich und brach schluchzend in Tränen aus.

Ich war so verzweifelt, dass ich nicht weiß, wie lange ich dort am Fenster saß und weinte. Wie konnte nur so etwas passieren? Die Brücke wurde doch noch vor einem Jahr erfolgreich geprüft! Sobald ich an meinen Vater denke, breche ich in Tränen aus. Ich habe das Gefühl, nie mehr glücklich zu sein.

In Liebe, Jasmin

Ich weiiiß... bissl kitschig. Aber ich war mit 13 Jahrn voll stolz, sowas schreiben zu können. .)

--Hier ma was zum grinsen. Auch ne frühere Hausaufgabe: Eine Anekdote schreiben über einen Zeitungsartikel. Das ist dabei herausgekommen:

Knödel-Alarm!


Linz, an einem Samstag um die Mittagszeit.
Der vierjährige Sebastian war bei seiner Oma Gertrud zu Besuch und saß an dem alten, abgenutzten Küchentisch. Die Großmutter gab ihm gerade Knödel auf seinen Teller. Da er sie aber nicht so gut leiden konnte, wegen ihrer Strenge, mochte er ihre Knödel erst recht nicht. Er besah sich angewidert das dampfende Essen und nahm sich fest vor, keinen Bissen zu sich zu nehmen. "Sebastian!", sprach die Oma herrisch, als ob sie Gedanken lesen könnte, "Iss ja deine Knödel auf. Wenn ich vom Einkaufen wieder komme, möchte ich einen leeren Teller sehen. Wenn nicht, gibt es heute zum Kaffeetrinken keine Schokolade, hast du verstanden?" Der Junge sah entsetzt zu seiner Oma auf, die ihn eisern anblickte, schluckte und murmelte dann bitter: "Ja, Oma Gertrud." "Gut.", sagte diese zufrieden und griff nach ihrer Einkaufstasche, "Ich bin bald wieder da." Sie warf noch einen letzten prüfenden Blick auf Sebastian, bevor sie verschwand. Sobald er die Tür ins Schloss fallen hörte, atmete er zuerst einmal auf. Doch dann sah er wieder die Klöße vor sich. "Was mache ich denn bloß?", überlegte er verzweifelt. Da fiel ihm die Nummer ein, die ihm seine Oma immer und immer wieder eingeschärft hatte: 133! Wenn jemand ihn bedroht und er nicht mehr ein noch aus weiß, soll er die Nummer ins Telefon eingeben und der Person, die sich meldet, sagen, wer und wo er ist und was ihm Angst macht. Also lief er zum Telefon, wählte die Zahlenfolge und wartete einen Moment, bevor er eine Männerstimme hörte: "Polizeinotruf 133." Mutig sprach Sebastian seinen Namen, die Adresse der Oma und dass er schnelle Hilfe brauche in den Hörer und legte eilig wieder auf, bevor der Beamte noch irgendetwas fragen konnte. Wenig später darauf hörte er die Sirenen mehrerer Polizeiwagen näherkommen und schreckte hoch, als er ein lautes Klopfen an der Haustür vernahm. "Hier spricht die Polizei! Kommen Sie sofort heraus und lassen Sie den Jungen frei! Widerstand ist zwecklos! Sie sind umstellt!", hörte er eine Stimme rufen. "Sind diese Leute denn immer so?", fragte sich Sebastian auf dem Weg zur Tür. "Können die denn nicht klingeln, als so einen Krach zu
machen?" Er öffnete die Tür und erschrak, als mehrere grüngekleidete Polizisten mit der Pistole über ihn weg in die Wohnung zielten. Sie waren verblüfft bei seinem Anblick
und ließen die Waffen sinken. "Wo ist er?", fragte der Polizist, der am Nähesten stand. "Hier bin ich." ,antwortete Sebastian beleidigt, "So klein bin ich nun auch nicht. Aber kommen sie schnell mit, bevor meine Oma zurück ist!" Und er ging in die Küche. Die Beamten tauschten erstaunte Blicke aus, bevor sie ihm vorsichtig folgten. In der Küche angekommen,
fanden sie den Jungen am Küchentisch vor einem Teller Knödel sitzen. Nirgends ein Kidnapper oder sonst wer Fremdes. Die überraschten Polizisten fragten, was eigentlich los sei und
so erzählte ihnen Sebastian alles über sein Knödelproblem.

Und die Moral von der Geschicht’, glaub’ nicht alles, was deine Oma zu dir spricht!

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